Foto: 2014, Regine Giesecke
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Eine Zuger Perle erhalten


Aktuell

Grosse Zustimmung zum Kauf des Zurlaubenhofs

Mit einer überwältigenden Mehrheit von 90.8 Prozent hat die Zuger Stimmbevölkerung am 19. Juni 2022 dem Kauf des Zurlaubenhofs durch die Stadt Zug für 65 Millionen Franken zugestimmt. Die Stimmbeteiligung war mit 39 Prozent erfreulich hoch.

Die Stadt Zug ist die Wunschpartnerin der Familie Bossards für den Erhalt und die nachhaltige Weiterentwicklung ihres historisch bedeutsamen Gutes: «Wir freuen uns sehr über die grosse Zustimmung zum Kauf des Zurlaubenhofs. Nach über 178 Jahren heisst es nun für uns, vom Zurlaubenhof Abschied zu nehmen. Das ist für uns nicht einfach, aber wir sind uns sicher, dass das für den künftigen Erhalt des Areals der richtige Entscheid ist. Uns war es wichtig, die Verantwortung für die Zukunft der ‘Perle Zurlaubenhof’ in die richtigen Hände zu legen, so dass das historische Erbe auch für künftige Generationen langfristig erhalten bleibt.»

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Foto Stadtrat André Wicki und Cornelia Bossard

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Luftbild Zurlaubenhof

Prozess

Chronik

Mai und Juli 2022
Besuchstage im Zurlaubenhof

Damit sich die interessierten Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ein Bild vom Anwesen und der Umgebung machen konnten, lud die Besitzerfamilie am 21. Mai und am 4. Juni zu Führungen durch die historischen Räume ein. Die Führungen von Christian Raschle und Heinz Greter stiessen auf grosses Interesse und waren sehr gut besucht.

«Zurlaubenhof für Bevölkerung geöffnet» (Zuger Zeitung, 07.06.22)


März 2022
Grosser Gemeinderat (GGR) stimmt dem Kauf einstimmig zu

Der Kauf des Zurlaubenhofs hat die erste Hürde im Parlament genommen: Die Fraktionen waren sich darüber einig, dass der Zurlaubenhof eine Perle sei, die man sichern sollte. In der Schlussabstimmung wurde die Begeisterung für den Zurlaubenhof deutlich sichtbar: Man sprach sich einstimmig für den Erwerb aus.

Die Diskussion über die künftige Nutzung und insbesondere, ob auf einem Teil des Geländes zusätzliche Wohnbauten erstellt werden sollen, erfolgt nach dem Erwerb.

Dezember 2021
Stadt Zug will Zurlaubenhof kaufen

Am 9. Dezember gab der Zuger Stadtrat in einer gemeinsamen Medienkonferenz mit der Besitzerfamilie seine Absicht bekannt, den Zurlaubenhof für 65 Millionen Franken erwerben zu wollen. Die Familie Bossard hatte der Stadt Zug rund ein Jahr früher exklusiv ein entsprechendes Angebot unterbreitet.

Die Stadt Zug ist die Wunschpartnerin der Familie Bossards für den Erhalt und nachhaltige Weiterentwicklung ihres historisch bedeutsamen Gutes, das sich seit 178 Jahren in Ihrem Besitz befand.

Die Kaufabsicht des Stadtrates gilt vorbehältlich des Entscheids des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug und einer Volksabstimmung.

November 2020
Familie Bossard unterbreitet der Stadt Zug ein exklusives Kaufangebot

Im Verlauf des Planungsprozesses ist die Familie Bossard zur Erkenntnis gelangt, dass die nächste Generation den Zurlaubenhof und die damit verbundenen Aufgaben nicht übernehmen will. Daher hat die Familie ihrer Wunschpartnerin, der Stadt Zug, den Zurlaubenhof exklusive zum Kauf angeboten.

Die Stadt Zug unterzog das Angebot einer sorgfältigen Prüfung.

November 2020
Familie Bossard erwägt Verkauf des Zurlaubenhofs

Oberstes Ziel der Eigentümerfamilie war und ist, den Zurlaubenhof langfristig und nachhaltig für künftige Generationen der Stadt Zug zu bewahren. In zweiter Linie sollte das Anwesen auch im Familienbesitz bleiben können. Letztere Zielsetzung hat jedoch in den letzten Jahren, in denen es intensiv um Lösungsvarianten und der Verfeinerung des Bebauungsplans ging, aus diversen Gründen an Gewicht verloren. Heute könnte sich die Familie Bossard auch einen Verkauf des Hofs an eine geeignete Käuferschaft – namentlich an die Stadt Zug – vorstellen.

«Der Zurlaubenhof soll verkauft werden» (Video Tele 1)

«SRF Regionaljournal Zentralschweiz – Wie weiter mit dem historischen, prestigeträchtigen Zurlaubenhof in der Stadt Zug? » (Audio ab 7:48)

«70 Millionen Franken sind dafür unter Marktwert» (Video 20 Minuten)

Ende 2018
Bebauungsplan bereit für Bewilligungsverfahren

Das Ergebnis des Projektwettbewerbs Zurlaubenhof wurde im Jahr 2016 gemäss den Vorgaben der Jury durch die Grundeigentümer überarbeitet. Das erarbeitete Richtprojekt diente als Grundlage zur Einleitung des Bebauungsplanverfahrens. Diese Planung ist jetzt so weit abgeschlossen, dass der Bebauungsplan den Behörden zur Genehmigung vorgelegt werden könnte.

September 2016
Ergebnis Weiterbearbeitung Siegerprojekt

Seit dem Wettbewerbsentscheid haben die Architekten der Boltshauser Architekten AG ihren Entwurf nach den Anregungen der Behörden, Experten und Grundeigentümer weiterbearbeitet. Der neue Entwurf sieht die Reduktion der Gesamtbebauungsfläche sowie der Volumina einzelner Baukörper vor und bietet optimierte Lösungen für die elegante Integration der Neubauten in die Hof- und Parkanlage. Das Ergebnis wird sowohl vom Zuger Heimatschutz wie auch vom Bauforum Zug als sehr positiv beurteilt. «Wir finden, dass die Weiterbearbeitung des Siegerprojektes von 2014 den Zurlaubenhof stärkt», fasst Ruedi Zai, Vizepräsident des Zuger Heimatschutzes, zusammen. Heimatschutz und Bauforum begrüssen die zeitnahe Ausarbeitung eines auf diesem Richtprojekt beruhenden Bebauungsplans.

November 2014
Ausstellung Wettbewerbsbeiträge

Die Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge fand vom 6. – 15. November in der Shedhalle statt und bot den Zugerinnen und Zugern die Gelegenheit die verschiedenen Ideen für den künftigen Zurlaubenhof zu begutachten.

September 2014
Abschluss Projektwettbewerb

Der Wettbewerb bezweckte die beste Lösung für eine massvolle und etappierbare Bebauung zu finden, die das bestehende Ensemble des Zurlaubenhofs ergänzt. Unter den eingereichten Arbeiten der 15 Wettbewerbsteams hat die Jury den Beitrag LILIE von Boltshauser Architekten AG, Zürich und 4d AG Landschaftsarchitekten, Bern zum Siegerprojekt erkoren. «Gesamthaft betrachtet zeigt das Projekt LILIE auf, dass das geforderte Raumprogramm unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Prämissen lösbar ist und zugleich ein haushälterischer Umgang des Bodens mit den Neubauten auf dem Areal möglich ist», heisst es im Jurybericht.

An der Beurteilung der eingereichten Arbeiten haben neben der Besitzerfamilie verschiedene Sach- und Fachexperten, darunter Stadtarchitekt Beat Aeberhard, Stadtplaner Harald Klein sowie Kunsthistoriker und langjähriger Bewohner des Zurlaubenhofs Heinz Greter mitgewirkt.

Auf der Basis des Gewinnerprojektes wurde anschliessend der Bebauungsplan für die künftige Bebauung entwickelt.

Jurybericht zum Selbstkostenpreis von 15 Franken bestellen

Abbildungen: «Gesamthaft betrachtet zeigt das Projekt LILIE auf, dass das geforderte Raumprogramm unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Prämissen lösbar ist und zugleich ein haushälterischer Umgang des Bodens mit den Neubauten auf dem Areal möglich ist.» (Auszug aus dem Jurybericht)

Visualisierungen Boltshauser Architekten (zip)

Januar 2014
Abschluss Präselektion

Erster Schritt des Wettbewerbsverfahrens gemäss den Richtlinien des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) war eine allen Bewerbern offen stehende Präselektion. Aus der Testplanung sind Vorgaben wie die langfristige Sicherung des wertvollen Kulturguts, die Vermeidung der maximal möglichen Ausnutzung und die Schaffung bezahlbarer Wohnungen in die Wettbewerbsaufgabe eingeflossen. Obwohl sich das Areal in einer der attraktivsten Zuger Wohnlagen befindet, hat sich die Familie für erschwingliches Wohnen für den Mittelstand entschieden. «Um sicherzustellen, dass die Wettbewerbsteilnehmer dies in ihren Arbeiten berücksichtigen, haben wir im Programm Zielwerte für die künftigen Monatsmieten festgelegt», erklärt Martin Bossard.

Anhand der eingereichten Arbeiten von 39 Teams wurden 15 Teams ausgewählt und zum Architekturwettbewerb eingeladen.

2012 – 2013
Testplanung

In der Testplanung wurde untersucht, wie Teile der bis anhin landwirtschaftlich genutzten Fläche verträglich – d.h. unter Wahrung des Charakters und der Qualitäten des Zurlaubenhofs und seines Umschwungs mit dem schönen Barockgarten – bebaut werden könnten. An der Testplanung beteiligt waren das in solchen Fragen erfahrene Architektinnen-Duo Kiss Rutz (heutiger Name: Kontext Konzept), die Stadtplanung Zug und die kantonale Denkmalpflege. Für Architektin Virág Kiss war klar: «Damit die Perle Zurlaubenhof erhalten bleibt, braucht es einen grosszügigen Gürtel von Grünraum. Neubauten müssen in einen sensiblen Bezug zum historischen Bestand gesetzt werden».

Die Testplanung diente als Grundlage für das Wettbewerbsverfahren, bestehend aus Präselektion und Projektwettbewerb.

Vorhaben

Der Unterhalt historischer Gebäude ist aufwändig. Die Bauten des Zurlaubenhofs, dessen Türen der Allgemeinheit jedes Jahr am 1. August offen stehen, wurden letztmals vor rund 40 Jahren von der Familie Bossard umfassend renoviert. Die landwirtschaftliche Nutzung kann nur noch einen kleinen Beitrag zum Unterhalt des Zurlaubenhofs leisten und muss in absehbarer Zeit aufgegeben werden. Deshalb braucht es andere Einnahmequellen, um den Unterhalt des wertvollen Kulturguts auf privater Basis zu sichern. Die Familie Bossard plante Wohnungen zu erstellen, aber nur so viele, wie für die Finanzierung des Unterhalts der historischen Gebäude notwendig sind. Dazu Martin Bossard: «Die heute geltenden Bauvorschriften würden eine massivere Überbauung erlauben. Wir wussten, dass das nicht geht, denn wir wollen ja die Qualitäten unseres Hofs erhalten». Um einen sinnvollen Bebauungsplan zu erstellen hatte sich die Familie Bossard zusammen mit den massgebenden Behörden für ein mehrstufiges Selektionsverfahren entschieden. Die Projektbeteiligten sind sich bewusst, dass der unter Zugerinnen und Zugern beliebte Zurlaubenhof ein sensibles Thema ist und dass die notwendigen Massnahmen zum Erhalt des Ensembles auf grosses öffentliches Interesse stossen. «Wir werden die Öffentlichkeit laufend über künftige Projektschritte informieren und uns auch kritischen Fragen stellen», sagt Martin Bossard.

Kupferstich aus dem 18. Jahrhundert

Kurzportrait des geschichts­trächtigen Zurlaubenhofs

Der Zurlaubenhof befindet sich im geschichtsträchtigen Quartier St. Michael am südlichen Stadtrand von Zug. Der heilige Michael war als Patron der Zuger Pfarrkirche namensgebend für das gesamte Hanggebiet südlich und östlich der Stadtmauern. Das heutige Quartier umfasst das Gebiet zwischen dem Bohlbach im Norden, dem Friedbach im Süden und dem Zugersee im Westen. Die bestehende Hofanlage ist im Herzen des Quartiers an der Hofstrasse 5, 7 und 9 gelegen.

Das Siedlungsbild der Stadt Zug zeigte noch bis ins frühe 19. Jahrhundert die klare Trennung zwischen städtisch dichter Bebauung und ländlicher Umgebung. Das Umgelände der befestigten Stadt wurde von grosszügig parzellierten Wiesen und Obstgärten beherrscht. In der Landschaft traten neben einzelnen Bauerngütern einige herrschaftliche Landsitze – oft gekennzeichnet durch die dazugehörenden Kapellen – hervor. Der bedeutendste Landsitz ist der Hof der Zurlauben mit der Kapelle St. Konrad.

Das Hauptgebäude des Zurlaubenhofs wurde im 16., 17. und 18. Jahrhundert vom einfachen Bauernhaus zu einem Herrensitz umgestaltet. Der Zuger Ratsherr Konrad Zurlauben erbaute auf der Parzelle des Bauernguts «Hof am Schild» ein stattliches Haus. Der vom damaligen Zuger Stadtbaumeister Jost Knopflin in Auftrag genommene Bau wurde 1597 begonnen und 1621 vollendet. Das Innere des sogenannten Herrenhauses weist vor allem zwei bemerkenswerte Räume auf – den «Festsaal» und das «Braune Zimmer». In den Jahren 1623 und 1624 wurde eine freistehende Kapelle – dem heiligen Konrad gewidmet – errichtet, die mit dem Herrenhaus durch eine Passage verbunden ist. 1645 liess der Sohn von Konrad Zurlauben das Pächterhaus als Wohnstätte für den Bewirtschafter des Bauernguts bauen. 1736 wurde das Herrenhaus durch eine Loggia mit dem Pächterhaus verbunden und zugleich im Obergeschoss des Pächterhauses der «Weisse Saal» («Gartensaal») eingerichtet. Im 19. Jahrhundert wurde das Ensemble weiteren zahlreichen Veränderungen unterworfen.

Der Zurlaubenhof war bis 1799 im Besitz der Familie Zurlauben und gehört seit 1843 der Familie Bossard. 1964 wurden die Bauten der Liegenschaft als schutzwürdige Baudenkmäler im Sinne des damals geltenden Gesetzes über den Schutz historischer Baudenkmäler anerkannt. Der denkmalpflegerische Schwierigkeitsgrad für Planung und Bauausführung ist sehr hoch und zieht entsprechend hohe Instandhaltungs- und -setzungskosten mit sich. 1970 ersuchten die Eigentümer die öffentlichen Instanzen um finanzielle Unterstützung bei der Renovation des Hauptgebäudes, um die für die Familie sehr hohen Instandsetzungskosten sichern zu können. Das Interesse aller Beteiligten war der möglichst vollständige Erhalt des bestehenden Bauwerks, das nicht nur einen hohen Stellenwert im Stadtbild von Zug einnimmt, sondern auch von nationaler Bedeutung ist. Um den Unterhalt der historischen Gebäude auch künftig sichern zu können und dabei nicht auf die öffentliche Hand angewiesen zu sein, plante die Familie Bossard zusammen mit den Behörden auf einem Teil der landwirtschaftlich nicht mehr genutzten Fläche Wohnungen zu errichten. Heute kann sich die Familie Bossard auch einen Verkauf des Hofs an eine geeignete Käuferschaft – namentlich an die Stadt Zug – vorstellen. Nachdem der Grosse Gemeinderat (GGR) der Stadt Zug dem Kauf des Zurlaubenhofs ohne Gegenstimme zugestimmt hat, kommt der Entscheid am 19. Juni vor das Zuger Stimmvolk.

Die Mitwirkenden des Projekts auf einen Blick

Bauherrschaft:
Familie Bossard AG
Projektbegleitung:
Testplanung und Wettbewerbsverfahren:
Architekten:
Landschaftsarchitekten:

4d AG

Medienmitteilungen

Medienspiegel

Häufig gestellte Fragen

Warum will die Besitzerfamilie verkaufen?
Die Familie Bossard plante ursprünglich, zur Sicherung der langfristigen und nachhaltigen Finanzierung der Liegenschaft auf einem Teil des Grundstücks eine moderate Anzahl von Wohngebäuden zu errichten. Deshalb hat die Familie vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der Stadt Zug und zahlreichen Experten einen umfangreichen Planungsprozess in Angriff genommen. Diese Planung ist jetzt so weit abgeschlossen, dass der Bebauungsplan den Behörden zur Genehmigung vorgelegt werden könnte. Im Verlauf des Planungsprozesses ist die Familie Bossard aber zur Erkenntnis gelangt, dass die nächste Generation den Zurlaubenhof und die damit verbundenen Aufgaben nicht übernehmen will. Daher hat die Familie den Zurlaubenhof der Stadt Zug zum Kauf angeboten.

Warum will die Stadt Zug den Zurlaubenhof kaufen?
Mit einem Kauf kann die Stadt das historische Ensemble für die kommenden Generationen sichern und für die Öffentlichkeit teilweise zugänglich machen. Für die Stadt Zug ist der Kauf eine langfristige Investition. Grund und Boden ist ein knappes Gut in der Stadt.

Ist der Kaufpreis angemessen?
Der Kaufpreis von 65 Millionen Franken beurteilen unabhängige Schätzungen als fair. Mit dem Kauf geht es dem Stadtrat auch um den nicht monetären Wert des bekannten Hofes, welcher für viele Zugerinnen und Zuger von Bedeutung ist.

In welchem Zeitraum könnten die neuen Wohnbauten entstehen?
Über die künftige Nutzung und Entwicklung des Zurlaubenhof können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschliessenden Aussagen gemacht werden. Der Stadtrat ist jedoch gewillt, den politischen Prozess für die Bewilligung eines Bebauungsplanes einzuleiten. Für ein ordentliches Bebauungsplanverfahren ist mit rund zwei Jahren zu rechnen, für die anschliessende Projektierung und das Baubewilligungsverfahren mindestens weitere zwei Jahre und für eine Realisierung nochmals zwei Jahre. Dies bedeutet, dass Neubauwohnungen auf dem Zurlaubenhof-Areal frühestens 2028, eher jedoch 2030, bezugsbereit sein werden.

Es war einmal die Rede von 15 bis 70 Wohnungen, die auf dem Grundstück verkraftbar sein sollen. Wie ist diese grosse Spanne zu erklären?
Diese Zahlen stammen aus der Zeit vor der Testplanung. Auszuloten, wie viele Wohnungen auf dem Grundstück verträglich sind, ohne den Charakter des historischen Ensembles und des umgebenden Grünraums zu verlieren, war eine der wichtigsten Aufgaben der Testplanung. Diese zeigte auf, dass in einem ersten Schritt die Erstellung von 30-50 Wohnungen realistisch ist. Die maximal mögliche Bebauung wird erst im Bebauungsplan definiert, der aufgrund des im Wettbewerbsverfahren erkorenen Gewinnerprojektes erarbeitet werden soll.

Was wird an den bestehenden Gebäuden verändert werden?
Die kantonale Denkmalpflege bestimmt, welche Teile des Ensembles unverändert bestehen bleiben und wo gewisse Anpassungen möglich sind. Es handelt sich dabei einerseits um schützenswerte Gebäude und Anlagen, andererseits um einzelne Nebengebäude, die auch schon in jüngerer Zeit den jeweiligen Bedürfnissen angepasst worden sind.

Über die Jahrhunderte blieb die unmittelbare Umgebung des Zurlaubenhofs unüberbaut. Verliert das Anweisen mit einer Überbauung seinen Reiz?
Eine baugeschichtliche Übersicht zeigt, dass der Zurlaubenhof auch schon in den vergangen Jahrhunderten verschiedene Umwandlungen und Erweiterungen erfahren und gut vertragen hat. Beispiele sind der Bau der heutigen Scheune im Jahr 1833, der Bau von insgesamt vier Schulpavillons im südlichen Bereich des Hofes von 1960 bis zum Anfang der 1990er-Jahre oder der Garagenbau 1975. Der Projektwettbewerb hat gezeigt, dass auch heute eine qualitätsvolle Ergänzung, die dem historischen Erbe gerecht wird, möglich ist.

Die Überbauung wird mit den Kosten für die Renovation der historischen Gebäude und dem Wegfall von Einnahmen aus der landwirtschaftlichen Nutzung begründet. Warum ist der Erhalt des Zurlaubenhofs heute schwieriger als in früheren Zeiten, in denen die Landwirtschaft auch nicht viel einbrachte?
Den Unterhalt des Hofes, der sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts noch bis an den Zugersee erstreckte, finanzierten frühere Generationen nicht zuletzt mit Landverkäufen. Zudem wurden viele Instandsetzungs- und Umgebungspflegearbeiten von den jeweiligen Pächtern ausgeführt. Da die Pächter jedoch immer darauf angewiesen waren, landwirtschaftliche Nutzflächen in der Umgebung dazu zu pachten und diese Flächen in den letzten Jahren alle weggefallen sind, ist der landwirtschaftliche Betrieb heute nicht mehr aufrecht zu erhalten.

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Martin Bossard
Familie Bossard AG, Eigentümer

Hofstrasse 7
6300 Zug
E: bossard.martin@bluewin.ch
T: 079 592 99 55